Zu den Risiken einer Brust-OP gehören allgemeine OP-Risiken wie Nachblutung, Infektion und Wundheilungsstörungen sowie implantatbezogene Komplikationen. Die häufigste Spätkomplikation bei Implantaten ist die Kapselfibrose, eine Verhärtung des Gewebes um das Implantat. Sehr selten ist das BIA-ALCL, ein Lymphom, das vor allem mit stark texturierten Implantaten in Verbindung gebracht wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Allgemein: Blutung, Infektion, Wundheilung
- Häufigste Spätfolge: Kapselfibrose
- Gefühlsstörungen meist vorübergehend
- BIA-ALCL: sehr selten, vor allem bei texturierten Implantaten
Allgemeine Risiken
- Nachblutung und Bluterguss, selten mit erneuter OP
- Infektion
- Wundheilungsstörungen, erhöht bei Rauchern
- Auffällige Narben
- Narkoserisiken und Thrombose
Kapselfibrose
Der Körper bildet um jedes Implantat eine Bindegewebskapsel. Verdickt und verhärtet sie sich, kann sich die Brust fest anfühlen, verformen und schmerzen. Die Kapselfibrose ist die häufigste Spätkomplikation und der häufigste Grund für einen Implantatwechsel. Eine Lage unter dem Muskel und sorgfältige OP-Technik senken das Risiko.
Weitere implantatbezogene Risiken
- Verrutschen oder Drehen des Implantats
- Riss der Implantathülle, bei kohäsivem Gel oft unbemerkt, Kontrolle per MRT
- Faltenbildung, vor allem bei wenig eigenem Gewebe
- BIA-ALCL: sehr seltenes Lymphom, meist mit später Flüssigkeitsansammlung, vor allem bei stark texturierten Oberflächen
- Unspezifische Beschwerden, die als Breast Implant Illness beschrieben werden, wissenschaftlich noch nicht geklärt
Gefühlsstörungen
Vorübergehend verändertes Empfinden an Brustwarze und Haut ist häufig. Dauerhafte Taubheit ist seltener, aber möglich.
So senken Sie das Risiko
- Erfahrene Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie wählen, siehe Arztwahl
- Nicht rauchen
- Nachsorgeregeln einhalten
- Regelmäßige Kontrollen auch Jahre nach der OP
Häufige Fragen
Wie häufig ist eine Kapselfibrose?
Sie ist die häufigste Spätkomplikation. Die Häufigkeit hängt von Implantat, Lage und Zeit seit der OP ab und steigt über die Jahre.
Woran erkenne ich ein gerissenes Implantat?
Oft gar nicht, weil kohäsives Gel kaum ausläuft. Sicher nachweisen lässt es sich mit MRT oder Ultraschall.
Müssen texturierte Implantate vorsorglich entfernt werden?
Nach aktuellen Empfehlungen nicht. Wichtig sind Kontrollen und eine Abklärung bei später Schwellung.
Quellen
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Informationen zu Brustimplantaten und BIA-ALCL
- Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC)
- Implantateregister Deutschland (Implantateregistergesetz)
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Stand: November 2026. So arbeitet unsere Redaktion